Viele sind sich darüber einig, die Demokratie steckt in der
Krise.
Der in Olten geborene Privatdozent für Politische Philosophie, Urs
Marti hat ein gewichtiges Buch zu diesem Thema herausgegeben; interessant
und für jeden „Demokraten“ wichtig!
Demokratie, das uneingelöste Versprechen. Urs Marti , Rotpunktverlag
Der Wille des Volkes ist ihnen allen heilig, den Politikerinnen und Politikern
jeder Couleur. Demokraten sind sie alle – genauso wie jene, die
sie kritisieren. Letztere mögen sich zwar darüber streiten,
was unter echter Demokratie zu verstehen ist, sind sich aber einig im
Befund, die Demokratie stecke in einer Krise.
Tatsächlich ist die Unzufriedenheit gross mit jener politischen Ordnungsform,
die uns doch als die bestmögliche erscheint. Urs Marti sucht nach
Gründen für die Unzufriedenheit und stellt Fragen nach den Aufgaben,
den Chancen und dem angeblichen Versagen der Demokratie in einem historischen
und politischen Kontext. Er ruft die grossen Themen der klassischen Demokratietheoretiker
in Erinnerung, verfolgt die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der
modernen Demokratie und analysiert Krisenfaktoren vom Populismus bis hin
zur Globalisierung.
Er fragt aber auch nach Alternativen zur gegenwärtigen Form der Demokratie,
wobei er neoliberale Versuche, Demokratie neu zu interpretieren, mit der
Erfahrung konfrontiert, dass Wahlfreiheit heute für all jene Menschen
illusorisch ist, die von der Beteiligung an der Macht ausgeschlossen sind.
Demokratie Ist eine historisch gewachsene, aber bis heute zerbrechliche
Errungenschaft; sie ist dringend entwicklungsbedürftig – und
sie wäre im Prinzip auch entwicklungsfähig. |